Tierhaltung

Kennzeichen der Ökologischen Tierhaltung sind:

  • Artgerechte, flächengebundene Haltung
  • Aufstallung in hellen, geräumigen Ställen
  • Artgerechte Fütterung mit Futter aus biologischem Anbau
  • Haltung robuster Rassen und Stärkung der Tiergesundheit
  • Herkunft der Tiere aus Bio-Betrieben
  • Verzicht auf den Einsatz von Gentechnik.
  • Transparente, nachvollziehbare Betriebsabläufe

Artgerechte Haltung

Die artgerechte Tierhaltung ist ein wesentliches Merkmal des ökologischen Landbaus.

Stallhaltung: Im Stall müssen alle Tiere genügend Platz haben und bequeme, saubere und trockene, eingestreute Liegeflächen. Wichtig ist eine angemessene Temperaturführung, reichlich Frischluft sowie ausreichend Tageslicht (Orientierungswert: Fensterfläche mindestens 5% der Bodenfläche).

Mindestens die Hälfte der gesamten Mindeststallfläche muss aus festem Material bestehen (Spaltenanteil < 50%!).

Mindestflächen: Die Mindeststall- und Mindestfreilandflächen sind im Anhang III der VO 889/2008 festgelegt. Ausnahmegenehmigungen sind maximal bis 2013 möglich.

Auslauf/Weidegang: Alle Tiere müssen Zugang zu Weideland oder Auslauf haben, wann immer die Witterungsbedingungen und der Bodenzustand dies gestatten. Der Auslauf kann z.T. überdacht sein.

Fütterung

Pflanzenfresser: Bei Rindern, Schafen, Ziegen und Pferden ist die 100% Bio-Fütterung Pflicht.

In der Schweine- und Geflügel-Fütterung dürfen gegenwärtig befristet bis zum 31.12.2017 einige Eiweißfuttermittel aus konventioneller Erzeugung stammen. Der zulässige Höchstanteil beträgt 5 % der Futter-Trockenmasse pro Jahr.

Tierzukauf

Alle Tiere sollen aus ökologisch wirtschaftenden Betrieben stammen. Beim Bestandsaufbau sowie in besonderen Situationen ist ein konventioneller Tierzukauf für einen festgelegten Anteil Zuchttiere möglich, wenn keine Bio-Tiere verfügbar sind.

Nur Tiere zur Zucht: Ein Zukauf von Masttieren oder Muttertieren aus konventionellen Betrieben ist grundsätzlich nicht möglich. Weibliche Zuchttiere können nur zugekauft werden, bevor sie das erste Mal geboren haben.

Anzahl der Tiere: Bei Pferden und Rindern können maximal 10 % des Bestandes, bei Schweinen, Schafen und Ziegen maximal 20 % des Bestandes konventionell zugekauft werden. Nach Absprache mit der Kontrollstelle können bis zu 40 % des bisherigen Bestandes konventionell zugekauft werden. Hierfür ist eine schriftliche Ausnahmegenehmigung notwendig.

Umstellungszeit: Nach jedem konventionellen Tierzukauf ist eine entsprechende Umstellungszeit einzuhalten.

Dokumentation

Behandelte Tiere oder Tiergruppen (z.B. bei Mastschweinen oder Geflügel) sind eindeutig zu kennzeichnen. Die Anwendung von Tierarzneimitteln zu dokumentieren, damit nachvollziehbar ist, dass die Tiere nur gezielt und nicht vorbeugend oder auf Verdacht behandelt werden und die doppelte Wartezeit eingehalten wird.